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Verkehrspolitik - Bettelampeln

Bürgermeister spricht sich für Erhalt der Bettelampeln aus

Entgegen eines politischen Beschlusses spricht sich Wedels Bürgermeister Im Wedel-Schulauer-Tageblatt für den Erhalt der Bettelampeln für Fußgänger und Radfahrer an der B431 aus. "Grüne Welle" heisst die, scheinbar ideologisch geprägte, Devise für die Benachteiligung von Fußgängern und Radfahrern:

Link zum Artikel im Wedel-Schulauer-Tageblatt

Hierzu ein Kommentar vom ADFC-Aktiven Jürgen Stahn:

Eigentlich fehlen nur Hinweise auf den Verlust von Arbeitsplätzen als Folge der Abschaffung der Bedarfs- oder Bettelampeln in Wedel. Ansonsten zieht der Chef der Stadtverwaltung viele Register: Behinderung des Verkehrsflusses auf der B 431 und Nebenstrassen, Beeinträchtigung des ÖPNV, Kosten in fünfstelliger Höhe, verkehrspolitische und technische Ignoranz bei einigen Fraktionen und Personen im Stadtparlament….

Wie so  häufig hegt und pflegt die Verwaltung den motorisierten Individualverkehr M.I.V., öffnet ihm bereitwillig Strassen und (Park)Plätze. Fussgänger und Radfahrer, ihre Interessen und Bedürfnisse spielen eine eher nachgeordnete Rolle.

Es ist schwer nachvollziehbar, warum „Bedarfsampeln“ die „Grün“ für Fussgänger und Radfahrer auf Anforderung bringen für den Fluss des M.I.V. günstiger sein sollen als eine regelmässige synchronisierte Grünphase für KFZ auf der gesamten B 431 innerhalb des Stadtgebietes.

Erstaunlicherweise muss selbst der ansonsten bei der Verwaltungsspitze Wedels nicht sehr beliebte ÖPNV („kostet Geld“) herhalten um „Bettelampeln“ zu rechtfertigen. Vorschläge zum Ausbau von Buslinien, Rundkurse, Erhöhung der Frequenz, bessere Abstimmung zwischen Bussen und S-Bahn stossen bis anhin auf eher wenig Gegenliebe.

Auch die spürbare Verbesserung der Radwege, Einrichtung von mehr und technisch guten Abstellanlagen in der Stadt, Erhöhung der Sicherheit von Ampelanlagen  für Fussgänger und Radfahrer etc. um Alternativen zum M.I.V. zu fördern stehen zwar auf der Tagesordnung, aber in einer Endlosschleife.

Die Folgen und Kosten des M.I.V. für Umwelt, Gebäude und Menschen finden im Kalkül der Verwaltung offenbar keinen Platz, wohl aber der reibungslose Fluss des Autoverkehrs: Beschleunigung anstatt Entschleunigung, wenngleich Letztere im Leitbild der Stadt aus dem Jahr 2005 ausdrücklich befürwortet wird.


Jürgen Stahn
22.01.2012

 

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