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m Oktober 2009 hat der ADFC Wedel die Idee eines Mietradsystems in den Planungsausschuss der Stadt eingebracht. Mittlerweile bewerben sich DB-Rent und die Stadtwerke Wedel mit sehr unterschiedlichen Konzepten um die Vergabe. Aufgrund der bevorstehenden Entscheidung hat der ADFC die Vor- und Nachteile beider Systeme noch einmal gegenüber gestellt.
Stadtwerke Rad
+ Deutlich geringere Kosten für die Stadt Wedel
o Die Räder können für ältere Bürger Vorteile bringen.
o Die Umweltfreundlichkeit von Rädern mit Akku ist fraglich.
o Die Räder lassen sich auch ohne Elektrounterstützung fahren, sind aber wesentlich schwerer als normale Fahrräder.
- Die Akzeptanz für diese Räder ist, vor allem bei jüngeren Menschen derzeit noch sehr gering.
- Die Räder müssen an die Ausleihstation zurückgebracht werden.
- Das System ist umständlich zu bedienen und stark auf Tourismus ausgelegt.
- Es besteht keine Kompatibilität mit bereits bewährten Systemen,
(z. B. Hamburger Stadtrad).
- Den Stadtwerken fehlt die notwendige Expertise bei dem Thema Mietrad.
Call-a-bike-System:
+ Bewährtes, weit verbreitetes System mit hoher Kompatibilität.
+ Für Alltagsradfahrer und Touristen gleichermaßen attraktiv.
+ Räder können an beliebigen DB-Rent-Stationen abgegeben werden.
+ Deutlich größere Umweltfreundlichkeit als strombetriebene Räder.
+ Ab Mitte 2011 könnten Räder mit Elektrounterstützung zusätzlich angeboten werden.
- Wesentlich höhere Kosten für die Stadt Wedel.
Wir halten es für dringend geboten, das System auszuwählen, das die bereits bestehenden Verkehrsmittel am besten ergänzen würde und voraussichtlich bei Touristen als auch bei den Wedeler Bürgern gleicher-maßen breite Akzeptanz genießen würde. Diese Bedingungen kann das Angebot der Stadtwerke eindeutig nicht erfüllen. So ist die Ausleihe für eine einfache Fahrt von A nach B eine Grundvoraussetzung für die Nutzung durch Pendler. Neben einem attraktiven Kurzstreckentarif muß dem Kunden auf jeden Fall die Möglichkeit geboten werden, das Rad an jeder vorhandenen Station abgeben zu können.
Die Tatsache, dass viele Wedeler eigene Räder besitzen, ist bei den Überlegungen über die Vergabe des Systems aus unserer Sicht unerheblich. Mieträder werden in anderen Städten in großem Umfang auch spontan von den Stadtbewohnern genutzt. Vor allem abends, wenn man den Bus gerade verpasst hat, können konventionelle Mieträder den ÖPNV sinnvoll ergänzen.
Die Stadt wäre aus Sicht des ADFC Wedel schlecht beraten, aus Kostengründen und wegen der Verbundenheit zu den Stadtwerken das wesentlich ungeeignetere System zu wählen. Auch ein billiges System macht keinen Sinn, wenn absehbar ist, dass es kaum genutzt wird. Beide Systeme sind ohne Subventionen ohnehin nicht betreibbar. Vor allem das scheinbar günstige Angebot der Stadtwerke muss intern erheblich „quer finanziert“ werden. Der ADFC Wedel appelliert daher an die Verantwortlichen, sich für das bewährte und verbreitete DB-Rent-System einzusetzen.

